Trainingslager eine Chance für NLZ-Talente
- Uli Mentrup
- vor 7 Stunden
- 3 Min. Lesezeit

Die Regionalliga-Fußballer des SV Meppen haben auch dieses Jahr ein Trainingslager in der Türkei bezogen. Drei Talente des NLZ Emsland waren dabei: Henrik Wittrock, Philipp Heinle und Matteo Kolhoff erlebten ein paar aufregende Tage und nutzten ihre Chance.
Die Einladung zum Trainingslager ist auch eine Belohnung für vielversprechende Fußballer aus der eigenen Talentschmiede. „Alle drei haben es verdient“, erklärt U19-Trainer Burak Bahar. „Diese Erfahrung ist super für die Jungs. Sie lernen das Niveau des Regionalliga-Kaders kennen. Das hat sehr positive Auswirkungen auf die Entwicklung“, unterstreicht der Sportliche Leiter des NLZ Emsland, Tim Körner.
Philipp Heinle und Matteo Kolhoff waren überrascht, dass sie in der Türkei dabei sein durften. „Ich hatte im Hinterkopf, dass schon U19-Spieler mitgefahren sind, aber ich habe nicht im Entferntesten daran gedacht, dass ich es sein könnte“, erklärt Kolhoff. „Ich war aufgeregt und habe mich sehr gefreut“, sagt Heinle. Das Duo spielt in der U19 eine starke Rolle. Bahar beschreibt Heinle als sehr mannschaftsdienlichen Fußballer auf der Achter-Position, „fleißig, lernwillig und mit hoher Eigenmotivation“, der mit dem Ball gute Entscheidungen treffe und aggressiv gegen den Ball spiele.

Der 18-jährige Heinle ist im dritten Jahr beim NLZ. Er fand den Weg über Vorwärts Wettringen und den FC Eintracht Rheine. Als Vorbilder nennt der Schüler Lionel Messi und Pedri. Für ihn war das Trainingslager eine „coole Erfahrung“. Die Spieler aus der ersten Mannschaften hätten die U19-Kicker „sehr gut aufgenommen. Jeder hat mal mit uns geredet.“ Es sei interessant gewesen, die Abläufe mitzubekommen. Für Heinle, der schon ein paarmal mit dem Regionalliga-Kader trainiert hatte, war es das Highlight, gegen den FC Homburg einige Spielminuten mit der ersten Mannschaft zu sammeln.
Diese Erfahrung machte Matteo Kolhoff schon beim Test in Bocholt kurz vor dem Trainingslager. In der Türkei habe er die Spieler, die er zuvor bei einigen Einheiten in Meppen getroffen hatte, richtig kennengelernt - auch in der Freizeit. „Das war kein Urlaub“, betont der Jüngste im Kader. „Es war anspruchsvoller, körperlich etwas ganz anderes“, beschreibt er die höhere Belastung. Es sei richtig stark gewesen.
Kolhoff ist in der zweiten Saison beim NLZ. Vorher spielte er für BW Langförden und JFV Cloppenburg. Der 1,91 Meter lange Mittelstürmer (Vorbild Cristiano Ronaldo) empfahl sich auch durch acht Tore und etliche Vorlagen in dieser Saison. Dabei wartet er nicht nur im Zentrum auf seine Chancen, sondern nimmt aktiv am Spiel teil, holt selbst Bälle. Bahar bescheinigt Kolhoff eine starke Steigerung, gutes Spielverständnis und enorme Dynamik. „Er hat richtig Bock auf Fußball.“

Henrik Wittrock hat schon 2025 Erfahrungen im Trainingslager in der Türkei gesammelt - und sie genutzt. Der zentrale Mittelfeldspieler, der in diesem Monat 19 wird, trainiert seit Jahresbeginn regelmäßig mit der ersten Mannschaft. Entsprechend gut fühlt er sich integriert. An die höhere Intensität, das höhere Tempo und das höhere Niveau gewöhne er sich immer besser.
Der über BW Papenburg und Werder Bremen 2015 nach Meppen gekommene Wittrock zählte schon viermal zum Regionalliga-Kader. Highlight war die Atmosphäre beim Heimspiel gegen Emden. Er wartet noch auf seine Premiere. „Aber da mache ich mir keinen Stress. Ich weiß, dass es etwas Besonderes ist, da als U19-Spieler schon auf der Bank zu sitzen.“ In der U19-Bundesliga empfiehlt sich der Kapitän auf der Sechser-Position. „Ein Typ, der jedes Spiel, auch im Training, gewinnen will“, sagt Bahar. Wittrock verfüge über großes Spielverständnis und habe sich fußballerisch gut weiterentwickelt.
Lucas Beniermann, Coach der ersten Mannschaft, kennt das U19-Trio aus seiner Zeit beim NLZ. Es habe im Trainingslager einen richtig guten Eindruck hinterlassen, stellt er fest. Wittrock sei soweit, „dass er voll umfänglich bei uns trainieren kann. Das tut ihm und seiner Entwicklung einfach gut.“ Für die anderen Talente ist es eine Perspektive.
Beniermann ist es wichtig, den Nachwuchsspielern den Übergang in den Herrenbereich aufzuzeigen. Aber der führe nicht unbedingt direkt in die Regionalliga. Bei Trainingseinheiten hätten sie die Chance, sich zu zeigen. Im Trainingslager biete sich „die Möglichkeit, ihnen über einen etwas längeren Zeitraum mal genau auf den Zahn zu fühlen“.







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